Was verstehen wir unter Ghosthunting?
Die unermüdliche Jagd nach Geistern? Das Lauern auf Spuk-Phänomene aller Art?
Benehmen wir uns wie die Ghostbusters aus den gleichnamigen Filmen?
Die Antwort lautet: NEIN!
In Deutschland wird der Begriff "Ghosthuntig" (Geisterjagd) immer noch überwiegend mißgedeutet. Wir ziehen nicht los, um Geister zu jagen, zu fangen oder gar zu vernichten (was manche so vermuten....).
Unser Bestreben ist es, diesen Phänomenen genauer auf die Spur zu kommen, zu ergründen, wordurch sie verursacht werden und ob auch physikalische bzw. astronomische Ereignisse (z.B. Sonnenstürme, Auftreten von starken elektromagnetischen Feldern, verstärktes Auftreten von Sonnenflecken, usw.) eine Ursache sein könnten.
Gewiss hört sich das in erster Linie erstmal langweilig an, weil damit umfangreiche Messungen und Beobachtungen verbunden sind, die wiederum über einen längeren Zeitraum beobachtet werden müssen.
Zum genaueren Vorgehen gehört es erstmal, sich einen genaueren Überblick über das Objekt (Gebäude oder Gelände), welches "spukverdächtig" ist oder wo es zu Sichtungen gekommen ist, zu machen. Man kann auch im Internet recherchieren, aber man sollte aufpassen, dass man sichnicht zu Tode plant, organisiert und diskutiert. Ein wenig Spontanität gehört schon dazu
Alleroberstes Gebot ist: Niemals eine paranormale Untersuchung (PU) alleine durchführen!
Und zwar aus verschiedenen Gründen. Zum einen könnte es zu Geschehnissen kommen, wo uns das Herz in die Hose rutschen könnte, deswegen gibt uns das Gefühl, nicht allein zu sein, eine gewisse Stärke. Zum anderen ist es aus Sicherheitsgründen unerlässlich....denn wer holt Hilfe, sollte uns was zustoßen (Beinbruch oder sonstiges)?
Außerdem dient es zur "Beweissicherung" und zur Glaubwürdigkeit, wenn mehrere Personen gegebenenfalls das gleiche erleben.
Im Falle eines Erlebnisses, gleich welcher Art auch immer (visuell, akustisch, durch Geruch usw.) sollte man aber nicht gleich von einem Geist bzw. einem Spukphänomen ausgehen.
Warum nicht?
Weil weit über 80 % aller Phänomene rational erklärbar sind. Einige lassen sich gleich vor Ort durch Selbstversuche oder Nachstellungs-Tests prüfen.
Gewiß, es kommt vor, dass wir etwas erleben, was sich nicht erklären lässt. Und dies kann man durchaus als paranormal bezeichnen.
Zum Ghosthunting gehört es selbstverständlich, alle Ergebnisse und Aufzeichnungen bzw. Aufnahmen auszuwerten.
Und jetzt beginnt die Schwerstarbeit. Die Auswertung ist im Grunde genommen nichts anderes als Detektiv-Arbeit, weil Ton-Aufnahmen immer und immer wieder angehört werden müssen...Video-Aufnahmen....immer und immer wieder anschauen....Fotos...wenn es sein muss, mit einer Lupe betrachten, ob man nicht doch vielleicht was übersehen hat.
Auswertungen können, je nach dem, ein paar Tage dauern, im Zweifelsfalle einen Partner mit hinzuziehen.
Das Allerwichtigste:
Alle schriftlichen Dokumente sind zu archivieren, ebenso das Ton-, Video- und Fotomaterial.
Unsere Ausrüstung besteht nicht aus Geister-Fallen oder Laserkanonen, sondern aus diversen Mess-Geräten, Digital-Kameras, Camcorder, Tonaufnahme-Geräten (ich bevorzuge digitale Diktiergeräte) und einer großen Portion Entschlossenheit, Mut, Neugier und ....Skepsis.
Wer sich dazu entschlossen hat, ein "Ghosthunter" zu werden, der muss sich allerdings auch darüber im Klaren sein, dass ein sehr großer Teil der persönlichen Freizeit in diese Sache investiert werden muss.
Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass man sein gesamtes Leben dem Ghosthunting widmet.
Allerdings bedeutet diese Tätigkeit auch, Freundschaften zu schließen, gemeinsam Spaß zu haben und....den Geheimnissen unseres Lebens doch ein wenig näher zu kommen.
Liebe Grüße
Nightshadow