Verfasst am: 18.11.2008, 12:29 |
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Auf Gespenstertour in Jütland
Jütland besitzt viele romantische Schlösser und Herrenhäuser. Aber Vorsicht, überall spukt es.
Unverbesserliche Realisten glauben ja weder an höhere Wesen noch an Gespenster. Und doch liegt man da nachts im Zimmer 23 des Schlosshotels Kokkedal und fragt sich, warum sich gerade jetzt so gegen Mitternacht die Gardine bewegt. Klar – das Fenster ist offen, damit die Nachtkühle die Hitze des dänischen Sommers im Zimmer ein wenig lindert. Oder ist da doch etwas anderes im Busch?
Weinendes Gespenst
Alice, die Rezeptionistin des Schlosshotels, hatte schon beim Einchecken gewarnt: „Im heutigen Zimmer 23 wurde im 16. Jahrhundert eine junge Frau, die unverheiratet schwanger geworden war, lebendig eingemauert. Sie werden heute Nacht ihr Weinen hören.“ Geister scheint es in den Schlössern und Herrenhäusern von Jütland sehr viele zu geben. Genug jedenfalls, um Touristen, die das Gruseln lernen wollen, eine Gespensterroute anbieten zu können.
Vom mittleren Jütland führt sie über die Insel Mors im Limfjord bis in den nördlichen Teil der Halbinsel und an die Ostseeküste nahe des idyllischen Fischerortes Saeby. Man reist von Schloss zu Schloss, die zum Teil Hotels und zum Teil Museen sind. Als Erfinder der Route gelten Joergen Hansen, Chef der regionalen Tourismus-Entwicklungsgesellschaft, und der Schriftsteller Gorm Benzon.
Quelle :
http://www.focus.de/reisen/reisefuehrer/skandinavien/daenemark/daenemark_aid_20685.html
Vorsicht vor schwarz gekleideten Damen„
Was Benzon nicht über dänische Gespenster auf Schlössern und Herrensitzen weiß, ist auch nicht wissenswert“, meint Hansen. Der Autor habe unzählige Bücher über Schätze, Geister und merkwürdige Ereignisse geschrieben. Immer wieder geht es dabei um böse Witwen, eingemauerte Frauen und Männer, die wegen Geld ihre Seele dem Teufel verkauften. „Das mit den weiblichen Gespenstern muss man nicht so eng sehen“, philosophiert Hansen. Weiße Damen seien in der Regel friedlich, graue nicht unbedingt gefährlich. Vorsicht sei aber auf jeden Fall geboten, wenn des Nachts plötzlich eine schwarz gekleidete Dame – vielleicht sogar noch mit einem Dolch – erscheint.
Zum Beispiel im Museum des Herrenhauses Saebygaard, dass sich seit 1723 im Besitz der Familie Arenfeldt befindet. Mehr als 250 Jahre lang spielte sich das Leben der Familie hier ab, im Renaissance-Rittersaal und in der eleganten Rokoko-Jagdstube sowie in vielen anderen Zimmern findet man noch heute das Inventar, das über Jahrhunderte hinweg zusammengetragen wurde.
Saeabygaard ist aber auch die Heimat einer der am besten belegten dänischen Spukgeschichten. In den Nachtstunden erscheint hier die Gestalt einer stattlichen Dame im Rittersaal. Es handelt sich um Pernille Ox, die das Herrenhaus 1576 erbauen ließ. Sie geht durch den Korridor und verschwindet durch eine Tür zu den zwei Turmzimmern. Dort – so ist es überliefert – ist einst etwas Entsetzliches passiert.
Ein Kapitän war zu Anfang des 20. Jahrhunderts zu Gast aus Saebygaard und wollte den Spuk gern sehen. Mit einem Revolver auf dem Nachttisch legte er sich auf die Lauer. Um Mitternacht wurde er durch ein Poltern wach und der Geist von Pernille Ox trat mit einem Messer in der Hand an sein Bett. Doch sie wandte sich ab und ging ins nächste Zimmer, von wo kurz darauf ein Schrei zu hören war.
Quelle :
http://www.focus.de/reisen/reisefuehrer/skandinavien/daenemark/saebygaard_aid_20688.html